Agentic Shopping stößt auf Interesse, ist aber noch kein Massenphänomen: Konsument*innen nutzen AI aktuell vor allem für Inspiration und Vergleich, wollen Entscheidungen jedoch selbst treffen – so richtet auch ChatGPT seinen Shopping-Assistent derzeit aus. Für Unternehmen heißt das klar: Prozesse und Worflows müssen weiterhin um den Human-in-the-Loop gebaut werden.
Agentic Shopping gehört aktuell zu den meistdiskutierten Trends im E‑Commerce. Plattformen wie OpenAI mit der „Shopping Research“-Funktion in ChatGPT zeigen, wie AI‑basierte Einkaufsassistent*innen Produktsuche, Vergleich und Geschenkauswahl verändern können. Doch wie offen sind Konsument*innen wirklich für diese neue Art des Einkaufens?
Unsere Umfrage mit 196 Teilnehmer*innen, durchgeführt vom 24. bis 26.11.2025, liefert dazu ein klares Bild: Konsument*innen sind aktuell deutlich verhaltener in ihrem Nutzungsverhalten, als es die öffentliche Debatte vermuten lässt.
Unsere Umfrage zeigt: Shopping-Beratung durch AI ist aktuell noch kein Massenphänomen ist. Nur rund 13 % der Befragten lassen sich häufig oder sehr häufig von AI‑Assistenten beraten. Die Mehrheit ist jedoch nach wie vor zurückhaltend: Rund 62 % nutzen AI selten oder nie beim Online‑Shopping.
Ein Blick auf die Branchen zeigt, wo Agentic Shopping heute bereits stattfindet. Am häufigsten nutzen Befragte AI‑Empfehlungen im Online‑Handel selbst, zum Beispiel für Produktempfehlungen oder Vergleiche. Rund 42 % haben hier bereits Erfahrungen mit AI‑Beratung gemacht. Danach folgen Reisen mit etwa 23 % sowie Gesundheit mit rund 33 %. Deutlich seltener wird AI in Banken und Versicherungen genutzt – jeweils nur rund 10 bis 11 %. Gleichzeitig geben über 27 % an, dass sie in keiner der abgefragten Branchen auf AI‑Empfehlungen vertrauen.
Beim Thema AI-Automatisierung zeigen sich Konsument*innen derzeit sehr zurückhaltend. Zwar können sie sich gut vorstellen, dass eine AI automatisiert bei Inspiration, Vergleich oder Produktauswahl unterstützt. Vollautomatische Handlungen wie Aboverlängerungen oder Versicherungsabschlüsse stoßen jedoch auf große Skepsis. Rund die Hälfte oder mehr lehnt solche automatischen Aktionen ab. Deutlich höher ist die Akzeptanz, wenn die Nutzer*innen die Kontrolle behalten: Die AI darf vorbereiten oder vorschlagen, die endgültige Entscheidung wollen sie selbst treffen. Je sensibler das Thema, desto größer die Zurückhaltung.
Was bedeutet das für den E‑Commerce?
Agentic Shopping ist ohne Frage eines der spannendsten Zukunftsthemen im Handel. Unsere Umfrage zeigt aber: Viele Konsument*innen sind noch vorsichtig. Sie testen AI punktuell, wollen aber Kontrolle behalten und vermeiden automatische Entscheidungen.
Für Unternehmen heißt das nicht, abzuwarten. Die Entwicklungen in 2025 haben gezeigt, wie schnell sich Nutzungsverhalten ändern kann. Wer heute in transparente AI‑Funktionen, klare Nutzerfreigaben und verständliche Kommunikation investiert, schafft die Basis für Vertrauen und ist bereit, wenn Agentic Shopping im Alltag wirklich ankommt.